Von einzelnen Teststrecken zu einem größeren Netzwerk: Forschende haben erstmals Quantenkommunikationsnetze in Thüringen, Bayern und Berlin miteinander verbunden. Die erfolgreiche Demonstration zum Abschluss der Forschungsinitiative QuNET zeigt, wie quantengesicherte Kommunikation künftig auch über größere Entfernungen und zwischen verschiedenen Standorten funktionieren könnte.
Am 28. Oktober 2026 demonstrierten die beteiligten Forschungseinrichtungen, wie sich regionale Quantennetzwerke zusammenschalten lassen. Den Startschuss für das Thüringer Teilnetz gab Ministerpräsident Mario Voigt am Fraunhofer-Zentrum in Erfurt.
Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigte ein Beispiel aus dem Gesundheitswesen: Zwischen dem Universitätsklinikum Jena, dem IT-Dienstleister DATEV und der Bundesdruckerei wurden fiktive Abrechnungsdaten quantengesichert übertragen. Dabei kamen verschiedene technische Systeme zum Einsatz, die über bestehende Glasfaserleitungen miteinander verbunden wurden.
Das Besondere daran: Bislang wurden viele Verfahren zur Quantenkommunikation vor allem auf einzelnen Teststrecken erprobt. Die QuNET-Demonstration zeigt nun, wie unterschiedliche regionale Netze zusammenarbeiten können. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um langfristig größere Quantennetzwerke aufzubauen, die beispielsweise Krankenhäuser, Unternehmen und Behörden miteinander verbinden.
Mit der Demonstration geht die 2019 gestartete Forschungsinitiative QuNET zu Ende. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, quantengesicherte Kommunikation aus der Forschung heraus weiter in Richtung praktischer Anwendung zu bringen.
Mehr Informationen unter: Pressemitteilung Fraunhofer IOF
Foto: © Infosim GmbH & Co. KG (angepasst)